Armbrust

Sportgerät Armbrust

 

Das Wort Armbrust geht auf lat. arcubalista (Bogenschleuder, dt. auch „Arcuballiste“) zurück, im Französischen arbalète. Im 16. Jahrhundert war noch das Wort „Balester“ verbreitet. Die Eindeutschung des Begriffs führte zu einer Kombination der Wörter „Arm“ und berust/berost (Ausrüstung bzw. Bewaffnung) zum Wort „Armbrust“ (regional auch Armborst, Armst, Arbrost). In der Mehrzahl (Plural) spricht man von den Armbrüsten bzw. die Armbrüste. Der Plural Armbruste ist ebenfalls möglich. Der Hersteller einer Armbrust war der Armbruster.

Die historisch leistungsfähigsten Formen der Armbrust wie die Arbalest mit stählernem Bogen und kamen im 14. Jahrhundert auf. Sie war im Gegensatz zur Kompositbogenkonstruktion nicht mehr witterungsanfällig; zum Spannen mussten ebenfalls Hilfen wie „Steigbügel“ und eiserne Hacken angewendet werden.

Moderne Feld- und Jagdarmbruste (Ende 20. Jahrhundert) verwenden Bögen aus Glas- und Kohlefaser. Sie werden auch sonst überwiegend aus Leichtmetallen und hochwertigen Kunststoffen gefertigt und sind daher relativ leicht und wetterunempfindlich. Auch bei den Bolzen kommen moderne Materialien zum Einsatz. Sie sind in der Regel länger als früher, weshalb hier inzwischen die Bezeichnung „Pfeil“ überwiegt. Durch Schraubgewinde lassen sich die Spitzen der Pfeile ohne aufwändiges Werkzeug je nach Bedarf schnell wechseln. Durch den Einsatz von Recurve- und vor allem Compound-Bögen konnten die Leistungen moderner Armbrüste bei geringerem Zuggewicht wesentlich verbessert werden. Besonders der Compound-Bogen mit seinem Flaschenzug und den Exzenterrollen macht es möglich, dass das höchste Zuggewicht am Anfang des Spannvorgangs liegt, was das Spannen körperlich sehr erleichtert und die Abzugmechanik entlastet. Gleichzeitig kann der Sehnenweg, auf dem der Pfeil beschleunigt wird, erheblich verlängert werden, ohne dass die Spannweite des Bogens, der schlagende Teil der Sehne und somit die Vibrationen bei der Schussabgabe und der Verschleiß zunehmen. Die Pfeilgeschwindigkeit wird dadurch und durch die höhere Geschwindigkeit der Sehnenbewegung ebenso erhöht wie die gesamte Präzision des Schusses. Viele moderne Modelle verfügen auch über Schnellverstellungen für die Visiereinrichtungen.

„Twinbow“, eine Schweizer Entwicklung, verfügt über zwei parallel zum Lauf angeordnete Doppelbögen, die durch eine auf Rollen liegende Bogensehne über Kreuz gespannt werden. Pfeilgeschwindigkeiten von über 370 fps (Feet per Second) werden damit erreicht. Dies entspricht etwa 406 km/h.

Die Armbrust wird heute auch als Sportgerät bei Wettkämpfen nach der Sportordnung der Internationalen Armbrustschützen Union (IAU) und der World Crossbow Shooting Association (WCSA) beim Sportschiessen verwendet. Sie wird nach IAU-Regeln auf Scheiben entweder auf 10 m stehend oder 30 m kniend und stehend in Schützenhäusern oder als „Feldarmbrust“ auf 35, 50 und 65 m geschossen. Es gibt auch eine Disziplin, bei der auf 100 m und mehr geschossen wird.

Bei der Disziplin „Armbrust 10 m“ wird auf Luftgewehrscheiben aus stärkerer Pappe geschossen, die auf einem Halter mit einem Bleikern befestigt werden. Die stärkere Pappe der Scheiben wird benötigt, da der Armbrustbolzen bei einfachen Luftgewehrscheiben oft das Schussloch ausreißt und damit die Auswertung erschwert. Der Bleikern liegt genau hinter dem 10er-Ringspiegel der Schießscheibe und fängt den Bolzen auf. Der Kern ist auswechselbar und wird in vielen Vereinen aus verbrauchter Luftgewehrmunition selbst gegossen. Das den Kern umgebende Holz ist zwar auch in der Lage, den Bolzen aufzuhalten, beginnt aber bereits nach wenigen Treffern zu zerbrechen. Zudem ist es schwerer, den Bolzen aus dem Holz zu lösen als aus dem Bleikern.

Die Disziplin „Armbrust 30 m international“ wird mit einer stärkeren Armbrust über eine Distanz von 30 Metern mit je 30 Schuss stehend und 30 Schuss kniend auf eine eigens für diese Disziplin vorgesehene Scheibe mit 10 Ringen geschossen.

 

Auszug Wikipedia: Armbrust

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